Wenn die Gedanken springen - ADHS im Coaching
Menschen mit ADHS neigen dazu, sehr viel in ihren Gedanken zu springen, oft von einem zum nächsten Thema. Das passiert unbewusst. Betroffene merken gar nicht, dass ihr Gesprächspartner noch beim ersten Thema des Gesprächs ist. Sie aber schon beim vierten Thema, von dem ihr Gegenüber gar nicht gemerkt hat, dass es existiert.
Ein Beispiel
Vera zu ihrer Freundin Anna: „Ich habe im Park Frau Bauer getroffen… die sitzt da mittags immer zum Frühstücken und Quatschen mit ihrer Freundin… wie früher mit 16… weißt du noch… wir sitzen auf der Bank, quatschen und lachen uns schlapp… wie die betrunkenen Hühner auf dem Bauernhof von Tante Olga herumtorkeln… denen schmeckt in Wein getauchtes Brot so gut… hahaha… und im Stroh rumtoben… das ist auch toll… das piekst zwar… aber sonst ist es genial… Frau Bauer meint auch, dass Herr Huber strohdumm ist… was der wieder auf der Arbeit anstellt… ach übrigens… Holger ist jetzt bei der Fa. Mein Zement fest angestellt… das passt gut zu ihm… der hat ja auch immer zu vielen Themen seine festzementierte Meinung… vor allem über Frau Bauer… ich finde das ja doof… andere so schnell zu beurteilen… also Leute, die andere beurteilen sind doch einfach blöd… wie früher… Onkel Otto sieht mich jedes Mal ganz böse an, wenn ich dazwischenquatsche… das ist doch normal, wenn man noch ganz klein ist… und jetzt traue ich mich gar nicht mehr… mitzureden… weil ich immer diese bösen Bliche sehe und Angst habe, dass ich verurteilt werde…“
So oder so ähnlich können sich typische Gedanken und Erzählungen von Menschen mit ADHS gestalten. Sie denken stark assoziativ. Das heißt, dass sie jeder aufkommenden Erinnerung, jedem Gedankengang impulsiv folgen, ohne zu prüfen, ob der Gedanke noch etwas mit der ursprünglichen Geschichte zu tun hat oder ob der aufkommende Gedanke sie dem Ziel der Erzählung näherbringt. Sie kommen von Hölzchen auf Stöckchen ohne den roten Faden zu behalten, springen zwischen Themen und Zeiten und folgen ihren persönlichen inneren Assoziationsketten – oft ohne die Bedürfnisse des Zuhörers zu berücksichtigen.
Wenn Menschen mit ADHS anderen Menschen zuhören, geschieht etwas Ähnliches. Sie werden von einzelnen Worten in der Erzählung an eigene Erlebnisse erinnert und folgen dann vielleicht der eigenen Geschichte, ohne dies bewusst zu bemerken. Der Erzählende kann dann beobachten, dass der Zuhörer in einen Trancezustand gerät und mit den Gedanken woanders ist. Vielleicht fordert der Sprecher dann ein, dass das Gegenüber sich doch endlich mal auf die Sache konzentrieren soll.
Leichter gesagt als getan. Damit Menschen mit ADHS konzentriert sprechen oder zuhören können, ist es erstmal notwendig, die Denkprozesse ins Bewusstsein zu holen, Verarbeitungs-Fehler zu erkennen und zu bereinigen, um dann eine neue Routine wieder ins Unbewusste zu entlassen.
NLP ist sehr gut darin, unbewusste Strategien bewusst zu machen, sie zu überarbeiten und dann wieder ins Unbewusste zurückzupacken und mithilfe von Futur Pace die neue Routine gleich zuverlässig mental einzuüben.
Das kommt dem impulsiven Denken und Handeln von Menschen mit ADHS entgegen, da sie die erreichte Veränderung impulsiv ausführen dürfen. Das entlastet sie, denn diszipliniertes Verhalten ist für Menschen mit ADHS sehr schwierig durchzuhalten.


